BRUDER SCHWESTER HERZ


Regie: Tom Sommerlatte
Darsteller: Karin Hanczewski, Sebastian Fräsdorf, Wolfgang Packhäuser

105 Minuten | Deutschland 2019 | ab 6
2. Woche
Die Geschwister Franz und Lilly waren stets unzertrennlich. Wie einst ihre Eltern kümmern sie sich gemeinsam um den Hof der Familie. Doch die Arbeit ist hart und schränkt die eigene Lebensgestaltung ein. Als Lilly sich verliebt, spürt sie die Enge ihrer Existenz – und lässt Franz von heute auf morgen allein... Sensibles Familiendrama und starke Coming-of-Age-Story zweier Mittdreißiger in atmosphärischen Bildern!
 

Die Geschwister Franz (Sebastian Fräsdorf) und Lilly (Karin Hanczewski) betreiben gemeinsam die von ihrem Vater geerbte Rinderzucht. Auch wenn es finanziell nicht gut läuft, ist Franz mit dem CowboyDasein wunschlos glücklich. Er genießt die sorglosen Hochsommertage, die er mit seiner Schwester zu Pferd, in den Ställen oder in der Kneipe verbringt. Doch Lilly träumt von mehr – mehr Erfolg, mehr Anerkennung und vor allem: Veränderung. Da kommt ihr die Romanze mit Chris (Godehard Giese), der mit seiner Band auf der Dorfkirmes auftritt, gerade recht. Dass das ihren Bruder eifersüchtig machen würde, hat sie erwartet. Nicht aber, dass daraus ein Streit erwächst, der die beiden zu entzweien droht... Mit IM SOMMER SCHLÄFT ER UNTEN legte Tom Sommerlatte ein bemerkenswertes Debüt vor. Nun folgt der zweite Film des Autors und Regisseurs, der nicht zuletzt stilistisch überzeugt: Cowboyidylle mitten in Deutschland. Die starken Breitwandbilder von Kameramann Willi Böhm tauchen den Hof in weiches Licht, die Einsamkeit der Landschaft wird betont, die Weite der Felder, auch die Freiheit, die ein solches Leben bereithält. Auf Pferden reiten die Geschwister bisweilen zur Dorfkneipe, wo sie Whisky trinken. Die Beziehung der beiden ist einzigartig, gegen die Nähe von Franz und Lilly, die sich in- und auswendig kennen, kommen Neulinge kaum an. Doch eine feine Spannung liegt über dem Plot und bald wird klar: Die beiden müssen sich voneinander lösen, damit es weitergehen kann. Sebastian Fräsdorf in der Rolle des melancholischen, dann bedrückten und schließlich immer grimmigeren Franz ist ebenso überzeugend wie Karin Hanczewski kraftvolle und sehnsüchtige Darbietung als Lilly. In atmosphärischen Bildern, spielerisch und berührend lotet BRUDER SCHWESTER HERZ die Grenzen der Geschwisterliebe aus – und erzählt vom notwendigen Abschied von einer vergangenen Welt.



Friedrichsbau Freiburg
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