DER GOLDENE HANDSCHUH


Regie: Fatih Akin
Darsteller: Jonas Dassler, Philipp Baltus, Dirk Böhling

100 Minuten | Deutschland 2019 | ab 18
5. Woche
Zigaretten, Bier und zwielichtige Gestalten. In der Reeperbahn-Spelunke „Zum goldenen Handschuh“ sitzt Fiete täglich am Tresen – und niemand um ihn herum ahnt, was sich hinter der Fassade dieses unscheinbaren Mannes verbirgt… Horrorthriller über den Hamburger Serienmörder Fritz Honka von Fatih Akin – nach dem Bestseller von Heinz Strunk!

 

Hamburg-St. Pauli in den Siebzigerjahren: Auf den ersten Blick ist Fritz „Fiete“ Honka (Jonas Dassler) ein bemitleidenswerter Verlierer. Seine Nächte durchzecht der Mann mit dem kaputten Gesicht in der Kiezkaschemme „Zum goldenen Handschuh“ und stellt einsamen Frauen nach. Doch keiner der Stammgäste ahnt, dass der scheinbar harmlose Fiete in Wahrheit ein Monster ist…

Mit einem Horrorthriller um einen Hamburger Serienmörder geht Fatih Akin (AUS DEM NICHTS) ins diesjährige Rennen der Berlinale, wo er beim offiziellen Wettbewerb 2004 mit GEGEN DIE WAND schon einmal den Goldenen Bären gewann. In DER GOLDENE HANDSCHUH geht es um die wahre Geschichte des Fritz Honka, der zwischen 1970 und 1975 vier Frauen ermordete und auf der Reeperbahn einen ähnlichen Eindruck hinterließ wie einst Jack the Ripper in London. Das Drehbuch schrieb Akin selbst. Die gleichnamige Buchvorlage zu seinem neuen Werk stammt von Heinz Strunk, der für seinen ersten nicht-autobiografisch gefärbten Roman mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Selbstredend wartet auch diese Geschichte mit einigen unterhaltsamen Momentaufnahmen auf, wie man sie aus der Feder des nordischen Humoristen kennt – Gelegenheitsarbeiter Honka, der im richtigen Leben nicht viel auf die Kette bekommt, gehört im „Handschuh“ zur ersten Riege: Er sitzt nicht hinten bei den „Schimmligen“, sondern trinkt seinen „Fako“ vorn an der Theke. Und sein Spitzname Fiete ist in der Kiezkneipe eine besondere Auszeichnung, wenngleich ein Spitzname erster Klasse aus zwei Worten bestehen müsste, so wie „Soldaten-Norbert“, „Tampon-Günther“ oder „Nasen-Ernie“. Aber immerhin. Doch trotz dieser amüsanten Milieudetails ist Akins mutiger Genre-Streifen über den mörderischen Honka sicher nichts für schwache Nerven. Der Shootingstar und mehrfach ausgezeichnete Nachwuchsdarsteller Jonas Dassler (DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER, WERK OHNE AUTOR) übernimmt die Hauptrolle des Serienkillers, der seine Opfer in der berüchtigten St.-Pauli-Spelunke kennenlernte und in Einzelteilen in seiner armseligen Wohnung in der Ottenser Zeißstraße versteckte. Ein großes Stück der deutschen Kriminalgeschichte – und ein nervenaufreibender Thriller, der direkt nach seinem Debüt auf der Berlinale in die deutschen Kinos kommt!



ab 21.02.2019