EIN LICHT ZWISCHEN DEN WOLKEN


Regie: Robert Budina, Edo Tagliavini
Darsteller: Arben Bajraktaraj, Esela Pysqyli, Irena Cahani, Bruno Shllaku, Osman Ahmeti

84 Minuten | Albanien, Rumänien 2018 | ab 0
5. Woche
Die Geschichte vom Hirten, der, ohne es zu wissen oder zu wollen, zum Propheten wird... Bilder von urwüchsiger Schönheit aus der Bergwelt Albaniens, die in feinster Beiläufigkeit einige unbequeme Wahrheiten zum Zustand der Menschheit zum Vorschein bringen. Das Beste vom Besten für anspruchsvolle Kinofans – ein wunderschöner Film!

 


Im rauen Idyll eines Dorfes im albanischen Hochgebirge lebt es sich erstaunlich multikulturell. Hirte Besnik ist dank der katholischen Mutter, dem kommunistischen Vater und den muslimischen und orthodoxen Schwiegerfamilien an Kompromisse gewöhnt. Beim Gebet in der Moschee folgt er einer seltsamen Eingebung – und entdeckt, verborgen hinter Wandverputz, eine christliche Heiligendarstellung. Unvorstellbar scheint für die muslimische Mehrheit, was unwiderlegbar ist: Die Moschee war einst eine Kirche. Ein gemeinsames Gotteshaus mag für ihre Vorfahren selbstverständlich gewesen sein. Den gegenwärtigen Ortsansässigen scheint es reiner Frevel. Einmal geweckt, sind die Begehrlichkeiten kaum zurückzuhalten. Mittendrin Besnik, der nicht einsehen mag, warum ein Gotteshaus nicht viele Wohnungen haben kann – und auch in seiner multireligiösen Familie entzündet sich ein Streit... Die pure Natur wird von der Kamera (Marius Panduru) kongenial eingefangen, manch Außenaufnahme gleicht einer kraftvollen Opernkulisse: Ein Feuer, daran sitzen Besnik und Vilma, die Kunsthistorikerin. Hinter ihnen die majestätischen Gipfel im natürlichen Licht der wilden Berglandschaft. Die Innenaufnahmen in warmen, dunklen Farben erinnern an Rembrandt-Gemälde. In atemberaubenden Bildern erzählt Robert Budina eine bemerkenswert tiefgründige Geschichte. Die Dialoge sind sparsam. Die diskrete Absurdität des Dramas lässt Raum für einen sehr feinen Humor, der von Hauptdarsteller Arben Bajraktaraj ebenso großartig vermittelt wird wie die gesamte Persönlichkeit des Ziegenhirten. Der harmlose, fromme Naturbursche, der seine Gebete am liebsten allein auf einer Bergwiese verrichtet, entpuppt sich als einzig Gerechter – und macht sich damit unbeliebt, was auch seine Position in der Familie schwächt. Er ist der Hinterwäldler, der kleingehalten werden muss, damit er nicht gefährlich wird – der Prophet gilt nichts im eigenen Lande. Ein ungewöhnlicher, poetischer Beitrag zur allgegenwärtigen Debatte, die in einer zart kadrierten Bildsprache von Orten des Glaubens und dem Obdach der Gemeinschaft erzählt.

 

"Überwältigende Bilder vom Dorfleben im Gebirge!"  SCREEN



Friedrichsbau Freiburg
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