GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER


Regie: Anca Miruna Lăzărescu
Darsteller: Martin Wuttke, Ella Frey, Emilia Bernsdorf

96 Minuten | Deutschland 2018 | ab 12
2. Woche
Jessica hat mit dem Erwachsenwerden ordentlich zu kämpfen – sie leidet an allerlei Zwangsstörungen und will ihrer schwer kranken Schwester helfen, wieder gesund zu werden… Berührende Komödie und vielschichtiges Coming-of-Age-Drama mit starker Besetzung!

 

Stefan Gabriel (Martin Wuttke) ist Bademeister, engagierter Vater und stets darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während er versucht, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben und sich als Sterbebegleiter engagiert, kämpfen seine zwölfjährige Tochter Jessica (Ella Frey) und ihre ältere Schwester Sabrina (Emilia Bernsdorf) mit ihren ganz eigenen Problemen. Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss ständig gegen ihre seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist schwer krank. Jessica würde gerne mit ihrer hübschen Schwester tauschen, die ihr Leben trotz allem scheinbar voll im Griff hat. Je mehr sich Sabrinas Zustand verschlechtert, desto schlimmer werden Jessicas Ticks. Ein Plan muss her und zwar schnell. In einem alten Buch stoßen die beiden auf ein Ritual, das Heilung verspricht – und Jessica setzt alles daran, die lebensrettende Idee in die Tat umzusetzen, ganz egal, wie verrückt sie auch sein mag…

In ihrem zweiten Spielfilm widmet sich Anca Miruna Lazarescu (DIE REISE MIT VATER) der berührenden Auseinandersetzung einer Heranwachsenden mit dem Leben. Der Ton, den die deutsch-rumänische Regisseurin dabei anschlägt, ist ungewöhnlich: Die zahlreichen Neurosen, die Jessica und Stefan prägen, verleihen GLÜCK IST WAS FÜR WEICHEIER Gestus und Charme einer leichten Komödie. Die Ernsthaftigkeit aber, mit der existenzielle Fragen aufs Tableau gebracht werden, lässt ein würdiges Drama entstehen. Dieses gelungene Wechselspiel verdankt sich insbesondere der konsequenten Erzählung aus der Sicht einer absolut ungewöhnlichen Protagonistin: Jessica, großartig verkörpert von Newcomerin Ella Frey (DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK), ist kratzbürstig, dickköpfig und unnahbar. Und doch kann sich das Publikum in ihre Situation hineinfühlen. Mit einer bewegenden Mischung aus Kindlichkeit und Reife macht die talentierte Jungdarstellerin ihre mit Ecken und Eigenheiten gezeichnete Figur lebendig – problemlos kann sie an der Seite von Martin Wuttke (COLONIA DIGNIDAD) bestehen, der in der sensiblen Rolle als Jessicas Vater nicht minder überzeugt. Mit Komik und erstaunlicher Feinfühligkeit wird hier vom Sterben und vom Tod erzählt – und das Leben gefeiert, in dem Traurigkeit einen ebenso großen Platz einnehmen darf wie das Glück. Ein bemerkenswerter Film, der sich souverän zwischen satirischen und dramatischen Momenten bewegt – mitreißend gespielt!



Harmonie Freiburg
HeuteSoMoDiMiDoFrSa
160016:00
 
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