NUR EINE FRAU


Regie: Sherry Hormann
Darsteller: Almila Bagriacik, Merve Aksoy, Aram Arami

97 Minuten | Deutschland 2018 | ab 12
3. Woche
Berlin 2005: Eine selbstbewusste junge Türkin und Mutter wird an einer Bushaltestelle von ihrem eigenen Bruder erschossen... Gut recherchiertes Drama über den Mord an Hatun Aynur Sürücü – außergewöhnlich erzählt und herausragend gespielt!


Mitten in Berlin wird die 23-jährige Aynur (Almila Bagriacik) von ihrem Bruder Nuri (Rauand Taleb) auf offener Straße erschossen. Arglos hat sie ihn zur Bushaltestelle begleitet, wenige hundert Meter entfernt in der Wohnung schläft ihr fünfjähriger Sohn Can... Am Abend des 7. Februar 2005 wurde Hatun Aynur Sürücü an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof von ihrem jüngsten Bruder erschossen. In Sherry Hormanns (WÜSTENBLUME) Film wird ihr Schicksal zum Thema eines bewegenden, kraftvollen Dramas, das von einer selbstbewussten jungen Frau erzählt, die das Leben liebt und genau weiß, wie sie es leben möchte. Die der Gewalt in ihrer Ehe entflieht und sich auch von ihren Brüdern und Eltern nicht vorschreiben lässt, was sie zu tun hat. Die sich und ihrem Sohn eine eigene Wohnung sucht, eine Lehre macht, ausgeht – und weiß, dass sie sich damit gegen die Traditionen ihrer Familie stellt und in Gefahr bringt. Das ge
samte Drehbuch wurde nach Zeugenaussagen und Akten recherchiert und an den Orten der damaligen Ereignisse in Szene gesetzt. Doch ist es Hatun Aynur selbst, die in NUR EINE FRAU ihr Leben als Rückblende erzählt. Ein hervorragendes Konzept, das weder auf die Tränendrüse drückt noch die moralische Keule schwingt. Vielmehr verleiht Almila Bagriacik (ASPHALTGORILLAS), die die Hatun Aynur großartig verkörpert, der Protagonistin eine gewisse berlinerische Schnoddrigkeit, die echt und sympathisch wirkt. Und der Film, der die tragische Geschichte einer türkischstämmigen jungen Frau kurdischer Herkunft in Deutschland dokumentiert, besitzt auch einen leisen Optimismus. Denn Hormann macht Hatun Aynur nicht nur zum Opfer, sondern zu einer handelnden Person, erzeugt eine Atmosphäre, in der ihre Lebensfreude und ihr Freiheitswille ebenso deutlich werden wie das schreckliche Dilemma, das in der Liebe zu ihrer Familie und den Anfeindungen, die sie von ihr erfährt, besteht. Sandra Maischberger produzierte den Film, der Hatun Aynur Sürücü eine Stimme gibt und das Publikum so auf eine Weise zu erreichen vermag, wie es journalistische Aufarbeitungen nicht könnten. Nicht um den Islam oder Religion geht es in diesem Biopic, sondern um Grund- und Menschenrechte – und einen offenen Diskurs darüber. Ein wichtiges, kluges, zutiefst berührendes Drama!



Harmonie Freiburg
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