PARASITE

Vorstellungen im koreanischen Original mit Untertiteln


Regie: Joon-ho Bong
Darsteller: Song Kang Ho, Lee Sun Kyun, Cho Yeo Jeong, Choi Woo Shik, Park So Dam, Lee Jung Eun, Chang Hyae Jin

131 Minuten | Südkorea 2019 | ab 16
2. Woche
Im erbärmlichen Keller eines abgeranzten Hauses lebt Familie Kim, ein arbeitsloses Elternpaar mit zwei studierfähigen Kindern. Unverhofft bekommt der Sohn einen Job als Nachhilfelehrer bei den Parks, die sich am obersten Ende der Gesellschaft befinden. Die Kims wissen ihre Chance zu ergreifen – doch was dann kommt, hat niemand auch nur geahnt... Brillantes Autorenkino und bissige Sozialsatire mit Horrorthriller-Atmosphäre – und wer sind hier eigentlich die Parasiten?

 

Familie Kim ist ganz unten angekommen: Vater, Mutter, Sohn und Tochter hausen in einem grünlich-schummrigen Keller, kriechen für kostenloses W-LAN bis in den hintersten Winkel der Toilette und sind sich für keinen Aushilfsjob zu schade. Doch als der Jüngste eine Anstellung als Nachhilfelehrer in der todschicken Villa der Familie Park antritt, stößt die Familie ein koreanisches Karussell der Existenzkämpfe an. Mit findigen Tricksereien, bemerkenswertem Talent und großem Mannschaftsgeist gelingt es ihnen, die bisherigen Bediensteten der Familie Park nach und nach loszuwerden. Bald schon sind die Kims unverzichtbar für ihre neuen Herrschaften. Doch was dann folgt, stellt alles Vorangegangene in den Schatten... Bong Joon Ho kreiert in seinem neuen, preisgekrönten Coup ein Universum, in dem sich Arm und Reich gegenüberstehen – und damit aber auch nur auf den ersten Blick klar in Gut und Böse aufgeteilt zu sein scheinen. Was bei anderen Stoff genug für einen Film wäre, erzählt der Regisseur in einem ausgedehnten ersten Akt. Wie die Kims sich nach und nach in das Leben der Familie Park einschleichen und unersetzbar werden, erinnert an Filme wie Michael Hanekes FUNNY GAMES oder Oskar Roehlers HERRLICHE ZEITEN. Doch bald dreht Bong die Schraube weiter. Wie die meisten seiner Arbeiten – zuletzt OKJA – lässt sich auch PARASITE nur schwer in eine Schublade stecken. Unbekümmert bedient sich der Film in sämtlichen Genres, überrascht immer wieder mit unvorhergesehenen Volten, doch am Ende ist er vor allem eines: Eine messerscharfe, genau beobachtende Satire, deren bitterböser Humor eine Waffe ist, die einem das Lachen im Halse stecken bleiben lässt. Der titelgebende Parasit sind nicht zwangsläufig die Eindringlinge im Haus – auch die Reichen profitieren von Ausbeutung und Wohlstandsgefälle. Doch ebenso weit ist die Erzählung davon entfernt, die Underdogs zu handlungsunfähigen Opfern des Systems und strahlenden Helden des Humanismus zu verklären. Südkoreanischer Klassenkampf der besonderen Art, zelebriert in einem extraordinären Mix aus hochwertigem Autorenkino, hakenschlagendem Thriller und schwarzhumorig eskalierender Sozialsatire!



Friedrichsbau Freiburg
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