PERSISCHSTUNDEN


Regie: Vadim Perelman
Darsteller: Nahuel Perez Biscayart, Lars Eidinger, Marcus Calvin

128 Minuten | Russland, Deutschland 2019 | ab 12
6. Woche
Um in einem Durchgangslager der Nazis dem Tod zu entgehen, hilft sich der junge Belgier Gilles mit einem Trick: Er behauptet, gar kein Jude zu sein, sondern Perser. Der Offizier Klaus Koch, zuvor ein Küchenchef, will nach Kriegsende im Iran ein eigenes Restaurant eröffnen. Gilles soll ihm nun Farsi beibringen – ohne selbst ein einziges Wort zu beherrschen... Eine packende, emotionale Geschichte vom menschlichen Überlebenswillen.

 

1942. Gilles (Nahuel Pérez Biscayart), ein junger Belgier, wird zusammen mit anderen Juden von der SS verhaftet und in ein elsässisches Durchgangslager gebracht. Er entgeht der Exekution, indem er schwört, kein Jude, sondern Perser zu sein – eine Lüge, die ihn erst einmal rettet. Doch dann wird Gilles mit einer unmöglichen Mission beauftragt: Er soll Farsi unterrichten. SS-Sturmbannführer Koch, Leiter der Verpflegung, träumt nämlich davon, nach Kriegsende ein Restaurant im Iran zu eröffnen. Wort für Wort muss Gilles eine Sprache erfinden, die er nicht beherrscht. Doch in der besonderen Beziehung zwischen den beiden Männern kommen Eifersucht und Misstrauen auf... Inspiriert von wahren Begebenheiten hat der ukrainisch-US-kanadische Regisseur Vadim Perelman (HAUS AUS SAND UND NEBEL) aus dem Drehbuch von Ilja Zofin ein starkes Schauspielerduell zweier ungleicher Figuren in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis gemacht: Auf der einen Seite Lars Eidinger (25 km/h) als sich in seiner Funktion des Küchenbeauftragten von den Gräueltaten des Regimes distanzierender, mehr und mehr auch menschliche Züge offenlegender Nazi-Befehlshaber – der dennoch unberechenbar scheint. Auf der anderen Seite der mehrsprachige Argentinier Nahuel Pérez Biscayart (25 BPM), der zwar den Mut für die gewagte Täuschungsaktion aufbringt, aber gleichzeitig von Angst und Zwiespalt erfüllt ist. Beide spielen bravourös! Die Beziehung zwischen Täter und Opfer vor dem Hintergrund der täglichen Lagerbürokratie eskaliert – und der Film spannt einen gekonnten Erzählbogen vom Zwei-Personen-Stück zum universellen Drama. Hintersinnig legt PERSISCHSTUNDEN einen Finger in die niemals ganz verheilende Wunde. Denn abschütteln lassen sich diese Ereignisse nicht mehr. Die Sprache, die hier erlernt wird, ist eine äußerst kluge Metapher.



Friedrichsbau Freiburg
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