SCHACHNOVELLE


Regie: Philipp Stölzl
Darsteller: Oliver Masucci, Albrecht Schuch, Birgit Minichmayr

112 Minuten | Deutschland 2020 | ab 12
4. Woche
Als Wien von den Nationalsozialisten besetzt wird, will sich Anwalt Bartok mit seiner Frau in die USA flüchten. Doch die Gestapo kommt ihm zuvor. Bartok wird verhaftet. Der Vermögensverwalter soll dem Leiter der Gestapo-Behörde Zugang zu aristokratischen Konten verschaffen. Der ehrenhafte Jurist weigert sich standhaft – doch die Isolationshaft treibt ihn an den Rand des Wahnsinns. Bis er in den Besitz eines Schachbuchs gelangt... Stilistisch und schauspielerisch starke Verfilmung der großen Zweig-Novelle.

 

Wien, 1938: Österreich wird vom NaziRegime besetzt. Kurz bevor der Anwalt Josef Bartok (Oliver Masucci) mit seiner Frau Anna (Birgit Minichmayr) in die USA fliehen kann, wird er verhaftet und in das Hotel Metropol, Hauptquartier der Gestapo, gebracht. Als Vermögensverwalter des Adels soll er dem dortigen Gestapo-Leiter Böhm (Albrecht Schuch) Zugang zu Konten ermöglichen. Da Bartok sich weigert, zu kooperieren, kommt er in Isolationshaft. Über Wochen und Monate bleibt Bartok standhaft, verzweifelt jedoch zusehends – bis er durch Zufall an ein Schachbuch gerät... Von den vielen berühmten Texten, die Stefan Zweig verfasst hat, ist „Schachnovelle" wohl der bekannteste, über eine Millionen Mal verkauft. Philipp Stölzl macht aus dem Stoff einen gediegenen und vor allem schauspielerisch überzeugenden Film. Erstaunlicherweise wird in diesem kaum Schach gespielt. Erst spät kommt es zu einem Duell, an dem nicht nur zwei, sondern in gewisser Weise drei Personen teilnehmen. Und an dessen Ende es eine klare Auflösung gibt. Das ist besonders markant an Stölzls Erzählung: Sie bringt Dinge auf den Punkt, die in der Novelle nur angedeutet waren, sie schafft Klarheit, wo ursprünglich Ambivalenz war. Natürlich – man muss es kaum betonen – ist Oliver Masucci hervorragend als anfangs lebenslustiger Wiener, der durch die Mühlen der Nazis gedreht wird und als gebrochener Mann herauskommt. Und auch Albrecht Schuch überzeugt, ebenso wie Birgit Minichmair, deren Rolle ergänzt wurde. Der Film besitzt eine treffend beklemmende Atmosphäre, die Ausstattung bleibt passend in dunklen Tönen verhaftet, die Kamera wählt oft verkantete Winkel, betont die Enge der Räume – und die in Bartoks Kopf. Gediegenes Handwerk ist das durch die Bank, das beweist, dass auch in Deutschland teure Produktionen entstehen können, die sich stilistisch keineswegs hinter der internationalen Konkurrenz verstecken müssen.



Kandelhof Freiburg
HeuteSoMoDiMiDoFrSa
15:30
18:0018:0018:00
20:30
 
Zum Kaufen von Eintrittskarten klicken Sie bitte auf die Uhrzeit der gewünschten Vorstellung.