SKIN


Regie: Guy Nattiv
Darsteller: Jamie Bell

118 Minuten | USA 2019 | ab 16
3. Woche
Bryon Widner, erzogen von glühenden Anhängern der White-Supremacy-Ideologie, trägt den Hass im Herzen und auf der Haut: Die Tattoos des kahl rasierten jungen Mannes überziehen selbst sein Gesicht. Als er sich in Julie verliebt, will er diese Welt verlassen. Doch seine rassistische "Familie" lässt ihn nicht einfach gehen… Ungeschönter Thriller nach der wahren Geschichte des Szeneaussteigers – mit einem herausragenden Jamie Bell!

 

Jahrelang war Bryon Widner (Jamie Bell) fester Teil der Hammer-Skins in Ohio. Vom Anführer der Gruppe Fred „Hammer“ Krager (Bill Camp) und dessen Frau Shareen (Vera Farmiga) wurde er einst von der Straße geholt und wie ein Sohn erzogen. Die Nähe zur Familie und der hier tief inhalierte Hass zeigen sich auch in dutzenden Tattoos, die sogar Bryons Gesicht mit rechten Parolen und Symbolen bedecken. Doch angesichts immer neuer Gewalttaten gegen Schwarze und muslimische Einwanderer beginnt er, an seinem Leben zu zweifeln. Als er die dreifache Mutter Julie (Danielle MacDonald) kennenlernt, die der rechten Szene gerade den Rücken gekehrt hat, will Bryon aussteigen. Eine schwierige und schmerzhafte Prozedur, die Bryon erst mit Hilfe des Menschenrechtsaktivisten Daryle Jenkins (Mike Colter, „Luke Cage“) gelingt…

Nicht erst seit dem Vorfall in Charlottesville 2017 ist vom Vormarsch der Neo-Nazis in den USA die Rede. Nun erzählt Guy Nattiv die Geschichte eines langjährigen Mitglieds einer rechten Vereinigung, das sich nur langsam aus dieser Welt lösen kann. Vom Entstehen des Hasses und dem Innenleben der Szene erfährt man nicht allzu viel. Stattdessen konzentriert sich der israelische Regisseur auf den langwierigen Prozess des Ausstiegs, der für Bryon buchstäblich das Ablegen seiner alten Haut bedeutet. Vor allem die beeindruckende Performance von Jamie Bell macht das Drama sehenswert. Mit ganzem Körpereinsatz, geschorenem Schädel und einem Gesicht, das großflächig mit martialischen Tätowierungen bedeckt ist, spielt sich der Hauptdarsteller bisweilen in einen beeindruckenden Rausch aus Zweifeln und Selbsthass – dass auch unter der harten Schale immer ein zartes, verletzliches Wesen zu erkennen ist, macht die Zerrissenheit Bryons glaubwürdig spürbar!



Friedrichsbau Freiburg
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