ÜBER DIE UNENDLICHKEIT


Regie: Roy Andersson
Darsteller: Lesley Leichtweis Bernardi, Tatiana Delaunay, Ania Nova

78 Minuten | Schweden, Deutschland 2019 | ab 12
7. Woche
Ode, Klage, Kaleidoskop des ewig Menschlichen, unendliche Geschichte über die Verletzlichkeit unserer Existenz. Mit seinem neuen Film fügt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Roy Andersson seinem Werk eine erneut unverwechselbare Arbeit hinzu. Ein filmisches Nachdenken über das menschliche Leben in all seiner Schönheit und Grausamkeit, seiner Einfachheit und Pracht.

 

Ein unverzagter Erzähler nimmt uns an die Hand und lässt uns traumgleich umherschweifen. Scheinbar nichtige Augenblicke verdichten sich zu intensiven Zeit-Bildern und stehen auf Augenhöhe mit historischen Ereignissen: Ein Liebespaar schwebt über das vom Krieg zerfressene Köln; auf dem Weg zu einem Kindergeburtstag muss ein Vater mitten in einem Wolkenbruch seiner Tochter die Schuhe binden; junge Mädchen beginnen einen Tanz vor einem Café und eine geschlagene Armee marschiert mutlos zu einem Gefangenenlager... Nur wenige zeitgenössische Regisseure haben eine so unverwechselbare Handschrift wie Roy Andersson. In jungen Jahren drehte der 1943 geborene Schwede zwei Spielfilme, danach zog er sich vom Kino zurück. Mit Werbespots verdiente er so viel Geld, dass er sich ein eigenes Studio in Stockholm einrichten konnte, in dem in penibler Hand- und Kleinarbeit die Welten entstehen, in denen seine Filme spielen. 2000 feierte Andersson mit SONGS FROM THE SECOND FLOOR sein Comeback, 2014 wurde er für EINE TAUBE SITZT AUF EINEM ZWEIG UND DENKT ÜBER DAS LEBEN NACH in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet. ÜBER DIE UNENDLICHKEIT ist nun der vierte Film im „Andersson-Stil". Er zeichnet sich durch eine Erzählweise aus, die fast vollkommen frei von klassischer Narration ist. Statt einer Geschichte zeigt Andersson kurze Vignetten, die lose um Themen kreisen, zwischen denen sich bisweilen Verbindungen herstellen lassen, die Assoziationsräume öffnen, manchmal Kunst- und Filmgeschichte zitieren, es aber vor allem erlauben, sich eigene Überlegungen zum Geschehen zu machen. Großes steht hier neben kleinem, historische Momente neben häuslichen Szenen, am Ende ist alles gleich: Gleich bedeutsam, gleich irrelevant, denn am Ende wird alles, jeder Mensch, jedes Wesen, unweigerlich sterben und in die Unendlichkeit eingehen. Unabhängig davon, was die Einzelnen in den Filmen Anderssons finden mögen, allein durch ihre Handschrift, die erstaunliche Präzision sind die Filme des Schwedens unverwechselbare Perlen. Ein sehr eigener, sehr besonderer Film.



Friedrichsbau Freiburg
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OmU

Vorstellungen im schwedischen Original mit Untertiteln

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